Manfred Deix, Die Aufsichtsräte, 1982, Landessammlungen NÖ (c) Manfred Deix
Manfred Deix, Die Aufsichtsräte, 1982, Landessammlungen NÖ (c) Manfred Deix – Mit freundlicher Genehmigung von: karikaturmuseum / Karikaturmuseum Krems

Was: Presse

Wann: 23.01.2026

Krems jubelt, und mit gutem Grund. Karikaturmuseum Krems feiert 2026 sein 25-jähriges Bestehen – ein Vierteljahrhundert gezeichneter Widerspruch, kluger Humor und präzise Gesellschaftsbeobachtung. Seit der Eröffnung im Jahr 2001 hat sich das Haus als Fixpunkt der internationalen Karikatur- und Comicszene etabliert und als lebendiger Ort, an dem Kunst Haltung zeigt und Pointen Erkenntnis schaffen.

Errichtet nach den Plänen von Gustav Peichl, besser bekannt unter seinem Künstlernamen IRONIMUS, ist das Museum selbst eine gezeichnete Idee aus Beton und Glas. Die markante Fassade mit freundlichem Gesicht und Narrenkappe verweist zugleich auf die Dächer der Steiner Altstadt und auf den programmatischen Kern des Hauses: Satire als kulturelle Form mit architektonischem Selbstbewusstsein. Als einziges österreichisches Museum für satirische Kunst behauptet das Karikaturmuseum Krems seit 25 Jahren seine Sonderstellung in der Museumslandschaft.

20 Jahre Karikaturmuseum Krems, Gustav Peichl und Manfred Deix (c) Kunstmeile Krems
20 Jahre Karikaturmuseum Krems, Gustav Peichl und Manfred Deix (c) Kunstmeile Krems – Mit freundlicher Genehmigung von: karikaturmuseum / Karikaturmuseum Krems

In Zahlen liest sich diese Geschichte eindrucksvoll: 117 Ausstellungen, rund 50.000 Besucher pro Jahr, internationale Stars und heimische Größen. Eröffnet mit der Schau „Alles Karikatur – Das gezeichnete 20. Jahrhundert“ wurde das Museum von Beginn an als Ort des Austauschs verstanden. Die Gründungsväter Manfred Deix und IRONIMUS prägten ebenso das Profil wie Karikaturisten von Weltrang. Werke von Gerhard Haderer, Erich Sokol oder Bruno Haberzettl standen neben Arbeiten von Marie Marcks, Robert Crumb, John Heartfield oder Wilhelm Busch. Gezeigt wurden handgezeichnete Animationsfolien aus „Die Simpsons“, Originale von Carl Barks mit Donald Duck, Positionen von Janosch, Achdé mit Lucky Luke oder Mordillo. Mit Ausstellungen zu Christine Nöstlinger, Erwin Moser oder dem Grüffelo wurde das Museum zugleich zu einem Ort für Familien.

Direktor Gottfried Gusenbauer zum JUHUU-biläumsjahr (c) Kunstmeile Krems
Direktor Gottfried Gusenbauer zum JUHUU-biläumsjahr (c) Kunstmeile Krems – Mit freundlicher Genehmigung von: karikaturmuseum / Karikaturmuseum Krems
Als europäisches Kompetenzzentrum für satirische Kunst ist das Karikaturmuseum Krems international vernetzt. Retrospektiven wie „Tu felix Austria… zeichne!“ oder „Donald Made in Austria“ reisten nach Bozen, Helsinki, Tallinn und Warschau und machten den Austausch über Ländergrenzen hinweg sichtbar. Seit 2012 prägt Gottfried Gusenbauer als künstlerischer Direktor das Haus. Unter seiner Leitung ist das Museum Partner des Stipendienprogramms AIR – ARTIST IN RESIDENCE Niederösterreich und verleiht den Erich-Sokol-Preis für digitale Karikatur und Satire.

„Als lebendiger Ort internationaler Zeichenkunst zeigt das Karikaturmuseum Krems seit 25 Jahren, wie kraftvoll pointierte Gesellschaftskritik sein kann. Wo ein guter Strich mehr sagt als tausend Worte, entsteht Raum für Erkenntnis, Leichtigkeit und ein dringend nötiges Augenzwinkern. Karikatur hält uns seit jeher den Spiegel vor – gnadenlos, aber immer mit Humor, der selbst schwierige Themen verständlich macht“, so Gottfried Gusenbauer, künstlerischer Direktor Karikaturmuseum Krems, und Anna Steinmair, Kuratorin Karikaturmuseum Krems.

Das Jubiläumsjahr selbst liest sich wie ein Panorama der Zeichenkunst. Eine große Personale widmet sich Oliver Schopf, gefolgt von der Jubiläumsschau zum 75. Geburtstag von Gerhard Haderer, in der erstmals in diesem Umfang seine fotorealistischen Ölgemälde zu sehen sind. Das NEINhorn von Marc-Uwe Kling und Astrid Henn richtet sich an Familien, während Astrid Langer und Judith Lava neue satirische Perspektiven eröffnen. Das Deix-Archiv zeigt rund 60 Originale von Manfred Deix – ein frisch kuratierter Querschnitt durch ein bitterböses Werk.

Begleitet wird das Ausstellungsprogramm von einem dichten Veranstaltungsreigen. Artist Talks, Lesungen und Livezeichnen machen das Museum im Jubiläumsjahr zu einem Ort der Begegnung. Ein besonderer Akzent liegt auf dem Internationalen Frauentag, auf Natur- und Gesellschaftsthemen sowie auf hochkarätigen Terminen für Familien, etwa mit Julia Donaldson und Axel Scheffler.

JUHUU-biläum. 25 Jahre Karikaturmuseum Krems Herausgeber:innen: Gottfried Gusenbauer, Anna Steinmair
Gerhard Haderer, Eva und Adam, 2016 © Gerhard Haderer
JUHUU-biläum. 25 Jahre Karikaturmuseum Krems Herausgeber:innen: Gottfried Gusenbauer, Anna Steinmair • Gerhard Haderer, Eva und Adam, 2016 © Gerhard Haderer – Mit freundlicher Genehmigung von: karikaturmuseum / Karikaturmuseum Krems

Zum Geburtstag schenkt sich das Museum Nähe zum Publikum. Wer an seinem eigenen Geburtstag kommt, erhält freien Eintritt. Und wer die Geschichte vertiefen will, findet sie im neu aufgelegten Katalog „JUHUU-biläum. 25 Jahre Karikaturmuseum Krems“, der das vergangene Vierteljahrhundert Revue passieren lässt und den Blick nach vorn richtet.

So wird aus 25 Jahren Karikaturmuseum Krems kein Rückblick im Stillstand, sondern ein selbstbewusstes Weiterzeichnen – mit scharfem Strich, feinem Humor und jener italienischen Leichtigkeit, die weiß, dass Ernst und Lachen sich nicht widersprechen, sondern gegenseitig schärfen.

Tags: Karikatur, Gerhard Haderer, Manfred Deix, Comic, Gustav Peichl, Zeichnung, Politiker

Museumsplatz 3, 3500 Krems an der Donau
MO – SO 10.00 – 17.00 Uhr