POSITIONS Berlin Art Fair 2026 im Flughafen Tempelhof mit Besuchern und Galerien (c) Dominik Friess
POSITIONS Berlin Art Fair 2026 im Flughafen Tempelhof mit Besuchern und Galerien (c) Dominik Friess – Mit freundlicher Genehmigung von: xpositions / POSITIONS Berlin

Was: Presse

Wann: 16.09.2026

Manchmal braucht es nur eine weiße Wand, ein Kunstwerk und zwei Menschen, die davor stehen bleiben. Auf der POSITIONS Berlin Art Fair 2026 im Flughafen Tempelhof wurde genau daraus vier Tage lang eine ganze Stadt aus Kunst. Mehr als 28.000 Besucher kamen vom 10. bis 13. September in die Hangars 5 und 6 – und machten die 13. Ausgabe der Berliner Kunstmesse zu einem ihrer bislang publikumsstärksten Auftritte.

Von oben betrachtet wirkt die Messe beinahe wie ein Labyrinth. Weiße Kojen ziehen sich durch die monumentalen Hallen des ehemaligen Flughafens, dazwischen Bilder, Skulpturen, Fotografien – und immer wieder Menschen, die stehen bleiben.

Vielleicht ist gerade dieses Stehenbleiben die eigentliche Nachricht dieser Messe.

Denn während Kunst heute jederzeit auf einem Bildschirm verfügbar ist, lebt eine Kunstmesse vom Gegenteil: von Nähe. Von der Größe eines Bildes, die sich erst vor dem Original erschließt. Von einer Oberfläche, die auf dem Smartphone glatt erscheint und aus wenigen Zentimetern plötzlich Spuren einer Hand erkennen lässt. Und vom Gespräch, das beginnt, weil zwei Menschen dasselbe Werk betrachten.

96 Galerien aus 20 Ländern brachten Arbeiten von mehr als 300 Künstlern aus rund 50 Ländern nach Berlin. Ein besonderer Schwerpunkt galt in diesem Jahr der Kunst aus der Türkei; neun „daisies“ aus der Leipziger Spinnerei ergänzten das internationale Programm.

Wenn aus Betrachten Sammeln wird

Besucher der POSITIONS Berlin Art Fair 2026 zwischen den Galerieständen im Flughafen Tempelhof (c) Dominik Friess
Besucher der POSITIONS Berlin Art Fair 2026 zwischen den Galerieständen im Flughafen Tempelhof (c) Dominik Friess – Mit freundlicher Genehmigung von: xpositions / POSITIONS Berlin

Doch eine Kunstmesse ist nicht nur Ausstellung. Sie ist jener seltene Ort, an dem sich ästhetische Erfahrung und Kunstmarkt unmittelbar begegnen.

Und offenbar wurde in Berlin nicht nur geschaut.

Die Christian Marx Galerie aus Düsseldorf meldete mehr als 25 verkaufte Arbeiten des dänischen Künstlers Ole Aakjaer. „Wir sind sozusagen ausverkauft“, bilanzierte Galerist Christian Marx. Auch weniger bekannte afrikanische Positionen am Stand hätten von der Aufmerksamkeit profitiert.

Bei augsburg contemporary genügte ein Blick auf die Wände: „Überall rote Punkte. Was soll ich mehr sagen?“

Malte Ueckermann berichtete von mehr als zehn verkauften Arbeiten, vor allem an neue Kunden. Die Bita Kolenda Gallery wiederum verkaufte sowohl kleinere Arbeiten und Editionen als auch raumgreifende Werke. Neben privaten Sammlern kauften nach Angaben der Messe auch öffentliche Sammlungen und renommierte Institutionen.

Ein roter Punkt neben einem Kunstwerk ist klein. Und doch verändert er alles. Eben noch gehört das Werk zur Inszenierung eines Messestandes, wenig später beginnt für es eine neue Geschichte – an einer anderen Wand, in einem anderen Raum, bei einem Menschen, der davor stehen bleiben wollte.

Der Kunstmarkt von morgen

Besucher betrachten zeitgenössische Kunst auf der POSITIONS Berlin Art Fair 2026 in Berlin (c) Dominik Friess
Besucher betrachten zeitgenössische Kunst auf der POSITIONS Berlin Art Fair 2026 in Berlin (c) Dominik Friess – Mit freundlicher Genehmigung von: xpositions / POSITIONS Berlin

Im zweiten Hangar wurde der Blick bewusst nach vorne gerichtet. Bei den Academy POSITIONS zeigten 29 Absolventen von 14 Kunsthochschulen ihre Arbeiten. Hier geht es noch nicht um große Namen oder etablierte Marktpreise, sondern um jene Phase einer künstlerischen Laufbahn, in der vieles offen ist.

Rosalie Becher von der Kunstakademie Düsseldorf und Helen Vogelsang von der UdK Berlin erhielten den Zilkens Fine Art Academy Award. Mit den HEUSSEN Perspectives wurden Luca Di-Febo, Anna Wandaller und Leonie Lass ausgezeichnet.

Auch die Galerie Met aus Berlin lenkte den Blick auf jüngere Positionen. Für ihre Präsentation mit Arbeiten von Vasil Berela, Jascha Froh, Jonathan Joosten, Tong Yin und dem Künstlerduo Abrecht/Wilke erhielt sie den Zilkens Best Booth Award.

Was von einer Messe bleibt

Nach vier Tagen verschwinden die weißen Wände wieder aus Tempelhof. Die Kunstwerke werden verpackt, die Galeristen reisen ab, manches Werk kehrt in die Galerie zurück – anderes nicht.

Zurück bleiben Kontakte, Verkäufe und möglicherweise jene Entdeckungen, deren Bedeutung sich erst später zeigen wird.

Vielleicht liegt darin noch immer die eigentliche Stärke einer Kunstmesse: Sie bringt Kunst nicht einfach an einen Ort. Sie bringt Menschen vor die Kunst – und überlässt anschließend dem Werk, was daraus entsteht.

Tags: Bildende Kunst, Malerei, Fotografie, Skulpturen, Kunstmarkt, Zeitgenössische Kunst

96 Galerien aus 20 Ländern
Über 300 Künstler aus rund 50 Ländern
Über 28.000 Besucher
Im Rahmen der Berlin Art Week 2026