1,925 MILLIONEN EURO FÜR BAROCKE MARMORBÜSTE
„Donna velata“ von Antonio Corradini erzielte Weltrekordpreis bei der Antiquitätenauktion am 20. Oktober 2026 im Dorotheum
Paukenschlag zu Beginn der Classic Week: Eine erst kürzlich dem italienischen Bildhauer Antonio Corradini zugeschriebene Marmorbüste erzielte bei der Antiquitätenauktion am 20. Oktober 2026 um 15.45 Uhr einen Rekordpreis von 1,925 Millionen Euro.
Um die heiß begehrte Skulptur (Lot Nr. 980) einer verschleierten Dame wetteiferten gleich mehrere Bieter im Saal und an den Telefonen. Der Zuschlag ging letztendlich an einen Interessenten am Telefon.
Die verschleierten Frauenfiguren wurden zum Markenzeichen des 1688 in Venedig geborenen Antonio Corradini. Schon bevor er Italien verließ, gelangten Skulpturen aus seiner venezianischen Werkstatt an die Höfe von Dresden und St. Petersburg. Zu seinen Auftraggebern zählten König August der Starke sowie Zar Peter der Große. In Wien, wo er rund ein Jahrzehnt lebte, stand er als Hofbildhauer im Dienst Kaiser Karls VI. Eine dem Künstler zugeschriebene Statue Karls VI. befindet sich im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek. Die Figuren des Vermählungsbrunnens auf dem Hohen Markt in Wien gehören ebenfalls zu seinen berühmten Arbeiten.