Besonders eindrucksvoll ist eine Farbtafel von Franz Marc. Auf der linken Bildseite erinnern die kräftigen blauen Formen an ein Pferd, während die schwarze Silhouette im Zentrum wie ein springender Panther erscheint. Die geschwungenen Körper, kraftvollen schwarzen Konturen und das Zusammenspiel von leuchtendem Rot, Blau und Grün verleihen der Komposition eine außergewöhnliche Dynamik. Die Tiere scheinen sich durch eine Landschaft zu bewegen, deren Formen mit ihren Körpern verschmelzen.
Gerade dieses Wechselspiel zwischen erkennbaren Tiergestalten und abstrakter Farbkomposition verdeutlicht Franz Marcs künstlerische Entwicklung. Die Natur wird nicht mehr einfach abgebildet, sondern in Bewegung, Farbe und Rhythmus übersetzt.
Auch Begegnungen mit Robert und Sonia Delaunay in Paris beeinflussten Marcs künstlerische Entwicklung. Die Auseinandersetzung mit dem Kubismus und den lichtdurchfluteten Kompositionen Robert Delaunays eröffnete ihm neue Möglichkeiten, Formen aufzusplittern und die Bildfläche rhythmisch zu gestalten.
Die Düsseldorfer Ausstellung berücksichtigt dieses weitreichende Netzwerk und macht deutlich, wie eng Franz Marcs künstlerische Entwicklung mit dem internationalen Aufbruch der Moderne verbunden war.
Vom Paradies zur Unruhe – die letzten Schaffensjahre
Je näher der Erste Weltkrieg rückte, desto deutlicher veränderte sich Franz Marcs Bildsprache. Die harmonischen Tierwelten seiner früheren Arbeiten wichen zunehmend spannungsvollen, abstrakten Kompositionen.
Das Tier verlor allmählich seine zentrale Rolle als Sinnbild einer besseren Welt. Stattdessen rückten geometrische Strukturen, gebrochene Formen und starke Farbkontraste in den Vordergrund.
In Werken wie Das arme Land Tirol von 1913 oder Kämpfende Formen und Zerbrochene Formen von 1914 wird die innere Unruhe des Künstlers spürbar. Die Vorstellung einer friedlichen, in sich geschlossenen Natur erscheint zunehmend bedroht.
1914 trat Marc den Kriegsdienst an. Am 4. März 1916 fiel er im Alter von nur 36 Jahren bei Verdun.
Sein früher Tod beendete eine künstlerische Entwicklung, die innerhalb weniger Jahre von der gegenständlichen Tiermalerei bis an die Grenzen der Abstraktion geführt hatte.
Drei Katzen – ein Schlüsselwerk der Düsseldorfer Sammlung